Sehenswerte Architektur auf Usedom

Auch die Architektur auf der Insel Usedom ist so vielfältig wie die Natur. Aus der Historie heraus treffen diverse Baustile aufeinander. Noch heute findet man in den Seebädern Katen und Kapitänshäuser früherer Zeiten. So ducken sich reetgedeckte Fischerhäuser zwischen die in Norddeutschland typischen Backsteinbauten.

Durch das Aufkommen einer Badekultur an der deutschen Ostseeküste, änderte sich auch auf Usedom die Art zu bauen. Dadurch das die Berliner Usedom als ihre "Badewanne" entdeckten, errichteten zahlreiche wohlhabende Familien und Financiers ihre Sommersitze auf der Sonneninsel. So entstand etwas, was heute gern als Bäderarchitektur bezeichnet wird. Typisch für diese Villen war die verglasten Veranden und Loggien, die einen direkten Blick auf die Ostsee garantierten. Viele dieser Villen wurden in den letzten Jahren aufwändig restauriert und bieten den heutigen Gästen Usedoms allen erdenklichen Komfort.

Natürlich wurde gerade in den letzten Jahren vieles neu erschaffen und doch haben sich die verantwortlichen Architekten und ihre touristischen Auftraggeber immer bemüht, eine harmonische Struktur in die architektonische Ansicht der Seebäder zu bringen.

Neben der "normalen" Architektur sind natürlich Kirchen und Schlösser immer was etwas Besonderes in einem Ort. Die beachtenswertesten möchten wir kurz auflisten.


Schlösser und Burgen


Wasserschloß Mellenthin

Das als "einer der bedeutendsten Profanbauten der Renaissance im Norden Deutschlands" gerühmte Schloß wurde 1580 als repräsentativer Herrensitz durch Rüdiger von Neuenkirchen vollendet. Neben dem Kloster Pudagla hatten die von Neuenkirchen den größten Landsitz aif der Insel. Mit dem Tod des Sohnes Christoph im Jahre 1641 starb das Geschlecht von Neuenkirchen aus. Danach wechselte der Sitz mehrfach die Besitzer. Dank eines engagierten Fördervereins gibt es erste Restaurierungsarbeiten am Schloß , so daß heute eine Innenbesichtigung möglich ist. Hier vermittelt der mit Figuren und Reliefs geschmückte schöne Kamin aus dem Jahre 1613 eine Vorstellung einstiger Pracht.

Schloß Pudagla

Das schlichte zweigeschossige Traufenhaus entstand 1574 als Wohnsitz für die Herzogin Marie, Mutter des Herzoges Ernst Ludwig von Pommern-Wolgast. Eck-Erker und auf der Rückseite ein Treppenturm lockern die Fassade leicht auf. Das herzogliche Wappen über dem von Halbpfeilern betonen Hauptportal wird von "Wilden Männern" getragen. Tonnen- und Kreuzgewölbe im Erd- und Kellergeschoß lassen vermuten, daß das Haus auf den resten eines Klostergebäudes steht.

Stadt Usedom

Auf dem Schloßberg, Standort einer slawischen Burg, bewirkte der Bischof Otto von Bamberg im Jahre 1128 den Übertritt der wendischen Fürsten zum Christentum. Die Christianisierung der Insel begann. Das Granitkreuz auf dem Schloßberg wurde 1928 aus Anlaß der 800jährigen Vergangenheit errichtet und erinnert mit einer Inschrift daran. An die einzige Burg noch der Burgwall.


Kirchen auf Usedom


Koserower Kirche

Der um 1300 errichteten, von einer Findlingsmauer umgebenen Kirche wurden das Langschiff zu Anfang, der Turm gegen Ende des 15. Jahrhunderts angefügt. Ursprüngliches Mauerwerk ist heute noch im Mittelteil der Nordseite mit kleinen frühgotischen Fensteröffnungen und dem schlicht geformten dreistufigen Spitzbogen des alten Eingangs zu erkennen. Das Kruzifix ist eine schwedische Schnitzarbeit des 15. Jh. und soll, so die Überlieferung, durch Koserower Fischer aus der Ostsee geborgen worden sein. Im Volksmund ist es als das "Vineta-Kreuz" überliefert.

Mellenthiner Kirche

Die bemerkenswerte Baugeschichte der Kirche lässt sich an ihren architektonischen Merkmalen ablesen. Um 1330 entstanden der Rechteckchor aus Feldsteinen und die Sakristei. Das angebaute Langschiff aus Backstein und der Turm sind ein Werk des 15. Jh.. Aus dem 17. Jh. stammt die Kanzel und der größte Teil der Inneneinrichtung. Die Orgelempore entstand im 18. Jahrhundert.

Alte Kirche in Benz

Anno Domini 1229: Aus dem Jahr der Ersterwähnung des Ortes stammt auch die erste Erwähnung der St.Petri-Kirche. Mit den letzten Veränderungen um 1600 entstand ihr heutiges Aussehen. Nach der Wende wurde sie aufwendig renoviert, ist heute beheizbar und für viele schon lange kein Geheimtipp mehr für manchen Kunstgenuss.

Kirche auf dem Gnitz

Die Marienkirche (15 Jh.) im Lütower Ortsteil Netzelkow ist nicht so gewaltig wie andere, sie besitzt aber einzige Inselkirche noch einen mittelalterlichen Taufstein. Das Altargerät ist ebenfalls mittelalterlicher Herkunft. Seit Jahrhunderten sind es auch dieselben beiden Glocken, die im offenen Glockenstuhl außerhalb der Kirche heute noch zu Andacht und Einkehr läuten.
In dem neben der Kirche befindlichen Pfarrhaus wurde am 27. Feb. 1797 Wilhelm Meinhold geboren. Meinhold ist uns heute als ehemaliger Pfarrer von Koserow und Autor des Buches "Die Bernsteinhexe" bekannt.

Dorfkirche Morgenitz

Die kleine Kirche aus dem 15. Jahrhundert steht auf dem alten Friedhof am Dorfausgang Richtung Krienke. Mit einer Kapelle aus dem 14. Jh. gab es aber eine ältere Vorgängerin. Die Gruft unter dem Altar ist die einzige erhaltene auf Usedom und kann besichtigt werden. Vermutlich wurde sie Ende des 17 Jh. für das Ehepaar von Borcke auf Krienke angelegt. An der Kirche ist eine Sammlung von 23 alten Trogmühlen zusammengetragen.

Lieper Kirche im Lieper Winkel

Jahrhundertelang war der Lieper Winkel unbekanntes Land, abgelegen, einsam und noch dünner besiedelt als andere Gegenden der Insel. Um so erstaunlicher, daß gerade die Kirche in dem kleinen Dorf Liepe als erste Kirche auf Usedom Erwähnung fand. Die heutige ist ein Nachfolgebau und entstand erst am Ende des 15 Jahrhunderts. Sie ist turmlos. Spätmittelalterliche Wandmalerei schmückt die Ostwand des Innenraumes mit Kreuzigung und Auferstehung de Gottessohnes. Sie wird als schönstes künstlerisches Week dieser Art auf der Insel bezeichnet.

Die Marienkirche in Usedom

Ein Vorgängerbau der Kirche wurde schon 1337 erwähnt. Nach dem großen Stadtbrand wurde sie um 1475 wahrscheinlich schon als dreischiffige Hallenkirche errichtet. Ihre heutige Gestalt erhielt sie in den Jahren 1726 - 1893 als bei einer umfassenden Erneuerung der vorhandene größere Chorraum verkleinert wurde. Auch die Inneneinrichtung stammt aus dieser Zeit. Zu den älteren Zeugnissen gehören die Altarschranke (1743) und der "Raliborstein" aus dem Spätmittelalter. Ralibor, Nachfolger Wartislaws, gründete 1155 das zweitälteste Kloster Pommerns in Grobe bei Usedom.